Kunst

Die Brücke als Weg zum Licht

Neue Ausstellung im alten Schlachthaus – Werke bis 18. September zu sehen

23 Künstlerinnen und Künstler zeigen Werke zum Thema „Brücke“. Diese wurden in Kooperation mit dem Malteser-Hospizdienst erstellt.

Friesoythe Die Themenstellung, das war bei den vorbereitenden Diskussionen deutlich geworden, hatte es in sich: Für die sechste Ausstellung des Kunstkreises Friesoythe im Kulturkreis Bösel-Saterland-Friesoythe hatten sich die Künstlerinnen und Künstler das Thema „Brücke“ vorgenommen. Und was auf den ersten Blick fast banal erschien, bekam durch die Kooperation mit dem Hospizdienst der Malteser eine ganz besondere Bedeutung.

Aus dem Bauwerk, das Gewässer, Täler oder Schluchten überwindet, wurde so nämlich schnell das Sinnbild für den Übergang vom Diesseits ins Jenseits, vom Leben zum Tod. Ein düsteres Thema, möchte man meinen, doch in der Ausstellung, die am Freitag im Alten Schlachthaus eröffnet wurde, überwiegen am Ende die hellen, leichten Farben, oft verbunden mit dem Blick auf ein hoffnungsvoll scheinendes Licht.

Besondere Widmung

„Ich freue mich, dass die diesjährige Ausstellung dem Jubiläum des vor 15 Jahren gegründeten Hospizdienstes gewidmet ist“, betonte Thomas Cloppenburg, der Vorsitzende des Kulturkreises, bei seiner Begrüßung der rund 130 Gäste, die zur Vernissage gekommen waren.

Die Vorstellung einer ins Jenseits führenden Brücke sei, wie der Kunsthistoriker Dr. Martin Feltes bei seiner künstlerischen Einführung in die Ausstellung betonte, weltweit verbreitet. „Die Brücke ist ein interreligiöses und interkulturelles Symbol für die Verbindung des Diesseits mit dem Jenseits, des Endlichen mit dem Unendlichen, der sichtbaren mit der unsichtbaren Welt.“ Diese Thematik sei von den Mitgliedern des Kunstkreises in einer Vielzahl unterschiedlicher Techniken, Medien und künstlerischer Positionen aufbereitet worden.

Da ist beispielsweise die Keramik von Agnieszka Hayduk, in der die Künstlerin das Motiv des Bootes, das uns ins Jenseits trägt, mit der dorthin führenden Brücke kombiniert. Das Boot zeigt einen tiefen Spalt, der von einer menschlichen Figur überquert wird. „Übergang“, formulierte Feltes den Bezug zum Thema kurz und bündig.

Drei Neuzugänge

Linda Berssen, die erstmals in einer Ausstellung des Kunstkreises vertreten ist, greift das christliche Motiv der Auferstehung auf. Michaela Rumpke wiederum widmet sich in einem ihrer Werke ganz konkret der Arbeit des Hospizdienstes und seiner Aufgabe, sterbenden Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens die Hand zu halten. Und Laura Preuth, der dritte Neuzugang des Kunstkreises Friesoythe, hat sich einen besonderen Aspekt des Brückenmotivs vorgenommen: die Brücke als besonderer, manchmal heiliger Ort, der bewacht werden muss. „Ohne den Tod zu bagatellisieren“, so formulierte es Feltes am Ende seiner Einführung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. September dienstags bis freitags von 18 bis 20 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

Ausstellung

Umgang mit Tod aus künstlerischer Sicht

Kunstkreis Friesoythe öffnet „Brücke“ am

9. September im Atelier am Alten Schlachthof

Mehr als 80 Kunstwerke werden ausgestellt. Die Idee dazu wurde gemeinsam mit dem Hospizdienst entwickelt.

Friesoythe Die Bilder und Objekte sind angeliefert, doch bevor die Ausstellung „Brücke“ am Freitag, 9. September, eröffnet wird, steht für die Mitglieder des Friesoyther Kunstkreises noch viel Arbeit an. Mehr als 80 Kunstwerke müssen im Atelier am Alten Schlachthof zu einem stimmigen Gesamtbild arrangiert, aufgehängt und drapiert, die Beschriftungen angebracht und die Lampen eingerichtet werden – vom Aufräumen und Putzen ganz zu schweigen. „In den Wochen vor der Ausstellungseröffnung gibt es immer wahnsinnig viel zu tun“, sagte Christa Anneken vom Organisationsteam des Kunstkreises. „Da hilft auch die ganze Routine nur wenig, die wir inzwischen haben.“

Die schwierigste und langwierigste Aufgabe ist es, die Bilder und Objekte sinnvoll im Atelier zu verteilen. „Wir wussten ja bis heute nicht, wie viele Bilder wir bekommen und wie groß die einzelnen Werke sein werden“, sagte Gerd Binder, der mit drei Werken vertreten sein wird. „Wir können also keine Pläne oder Vorarbeiten machen, sondern müssen sozusagen bei Null anfangen.“ Eines allerdings zeigte sich schon bei der ersten Durchsicht der Bilder: „Die Ausstellung wird überaus spannend“, ist sich Anneken sicher.

Die Idee zu der Präsentation ist in Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst Friesoythe entstanden, der sein zehnjähriges Bestehen feiert. Zu sehen sind unter anderem Werke, die das Thema „Brücke“ als geistige Verbindung zweier Menschen interpretieren, den Weg vom Diesseits ins Jenseits thematisieren oder Brücken als künstlerisches Stilelement einsetzen. „Die Vielfalt hat uns wirklich überrascht“, so Binder. „Die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes hat bei uns eine ganze Flut an Assoziationen freigesetzt und den Umgang mit Leben und Tod in ein neues Licht gerückt.“

Die Ausstellung „Brücke“ im Atelier am Alten Schlachthof, Kirchstraße 13, Friesoythe, wird am Freitag, 9. September, um 19.30 eröffnet. Sie ist anschließend bis zum 18. September dienstags bis freitags von 18 bis 20 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie während des Weinfestes auch in den Abendstunden geöffnet.

 

 

2. April, 19.00 Uhr, Rathaus Friesoythe

Kunstwerke als Verbindung der Völker

Münsterländische Tageszeitung, 4.4.2016
Kunstwerke als Verbindung der Völker
Foto:Passmann

Friesoythe (mp). „Kontakt“ – das ist der Name der Kunstausstellung, die mit zahlreichen Gästen und Kunstfreunde im Rathaus am Stadtpark in Friesoythe durch Bürgermeister Sven Stratmann eröffnet wurde. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendeine Ausstellung. Hinter dem Titel "Kontakt" verbirgt sich nämlich die nun schon seit zehn Jahren bestehende Partnerschaft zwischen Friesoythe und Swiebodzin in Polen.....

Künstleraustausch über Grenzen hinweg

Städtepartnerschaft mit Swiebodzin wird im Rathaus unter Titel „Kontakt“ verbildlicht

Foto:
Im Herbst dieses Jahres wird es im Rahmen des Stadtfestes eine Kunstausstellung in der Partnerstadt Swiebodzin geben. Die Ausstellung ist bis 30. Juni geöffnet.

Friesoythe Im Beisein zahlreicher Gäste und Kunstfreunde wurde am

vergangenen Sonnabend in Rathaus am Stadtpark in Friesoythe die

Kunstausstellung mit dem Titel „Kontakt“ durch Bürgermeister

Sven Stratmann eröffnet. Es ist jedoch nicht irgendeine Kunstausstellung.

Hinter dem Titel „Kontakt“ verbirgt sich eigentlich die nun schon seit zehn Jahren bestehende Partnerschaft zwischen Friesoythe und Swiebodzin (Polen).

Erstmals seit es die Städtepartnerschaft gibt, ist im Rathaus eine

Kunstausstellung zu sehen, die von Künstlerinnen und Künstlern aus

Swiebodzin und der Eisenstadt gemeinsam gestaltet wurde. Die Ausstellung

ist noch bis zum 30. Juni in den Fluren des Rathauses geöffnet.

„Ich freue mich, dass es im Jubiläumsjahr erstmals zu einer Begegnung

zwischen Kunstschaffenden aus beiden Städten gekommen ist“, so

Bürgermeister Stratmann in seiner Begrüßung. „Kontakt“ sei der treffende

Titel der Ausstellung. Gehe man auf den eigentlichen Wortsinn des

Begriffes – Berührung – ein, wird die Vielschichtigkeit des Titels offenbar.

„Es ist wünschenswert, dass zwischen den Kunstschaffenden aus Swiebodzin und Friesoythe eine nachhaltige Verbindung entsteht“, so Stratmann.

Entstanden ist der Kontakt zu den polnischen Künstlern bei einer Reise

nach Swiebodzhin im vergangenen Herbst, wo Mitglieder des Friesoyther

Kunstkreises auf die polnischen Kulturfreunde trafen. Bürgermeister Stratmann

dankte insbesondere Petra Oltmann und Janina Anneken, die die Kunstausstellung vorbereitet haben. Der stellvertretende Bürgermeister der polnischen

Partnerstadt Tomasz Olesizk knüpfte die Hoffnung an die Ausstellung,

dass die freundschaftlichen Beziehungen jetzt weiter durch diese Kunstausstellung vertieft werden.

Im Herbst diesen Jahres wird es im Rahmen des Stadtfestes eine

Kunstausstellung in der Partnerstadt Swiebodzin geben – natürlich mit

Friesoyther Beteiligung“ so Swiebodzins stellvertretende Bürgermeister.

Für Bürgermeister Sven Stratmann gab es die vom Polnischen Künstler

Tadeusz Bardelas gefertigte Holzfigur eines Feuerwehrmannes.

„Passenderweise hätte die Ausstellung nicht überschrieben werden können:

Austausch, Kennenlernen, Berührung zwischen den Künstlern“, sagte

Heiner Stix vom Friesoyther Kunstkreis. „Die Premiere legt einen

Grundstein für einen fruchtbaren, grenzüberschreitenden Künstleraustausch.

Es ist eine kleine Völkerverbindung. Gelegenheit, um die Kultur und die

Kunst eines anderen Landes kennen zu lernen. Swiebodzin hat eine

lebendige Kunstszene“, so Stix.. Anschließend unternahmen die Gäste

einen Rundgang durch die Ausstellung. Zu sehen sind Bilder, Skulpturen

und Objekte. Die Werke sind montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr,

freitags von 8 bis 13 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr zu sehen.

Außerdem ist zu den Friesoyther Maitagen (22. bis 24. April) etwas geplant.

 

 

Kultur Kunstszene hat sich längst etabliert

Mitglieder des Friesoyther Kunstkreises stellen gemeinsam Werke aus

Die Ausstellung findet vom 11. bis 20. September im Alten Schlachthof in Friesoythe statt. 80 bis 90 Arbeiten werden zu sehen sein. Text/ Foto:

Friesoythe Bereits zum fünften Mal lädt der Kunstkreis Friesoythe zu einer großen Kunstausstellung in den ehemaligen Schlachthof Vorwold ein. Vom 11. bis zum 20. September präsentieren 20 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Friesoythe im Alten Schlachthof, Kirchstraße 13, eine Werkschau ihrer neuesten Arbeiten. Diesmal dreht sich alles um das Thema „unterwegs“ – und wie in den vergangenen Jahren reicht die Palette der Kunstwerke von Acrylarbeiten und Aquarellen über Installationen, Kunsthandwerk und Metallkunst bis hin zu Ölgemälden und Radierungen. Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 11. September, um 19 Uhr.

„Als wir 2012, damals noch zu den Maitagen, unsere erste Ausstellung eröffnet haben, hätten wir nie gedacht, dass daraus so etwas wie eine Tradition werden könnte“, blickt Christa Anneken, eine der Künstlerinnen und Mitglied im Organisationsteam des Kunstkreises, auf die Anfänge zurück.

Zentrum der Kunst

Alfred Bullermann hatte im Jahr zuvor die Idee, mit Hilfe eines Zeitungsaufrufes einfach mal zu schauen, wie viele Menschen in Friesoythe künstlerisch tätig sind. „Die Resonanz hat uns total überrascht“, erzählt Anneken, „gleich zum ersten Treffen kamen 20 Leute“. Der Kunstkreis Friesoythe war geboren und fand seine institutionelle Heimat im Kulturkreis Bösel, Saterland, Friesoythe.

Mit einer Ausstellung wollten die Künstler sich und den Friesoythern einen ersten Eindruck von der Bandbreite der örtlichen Kunstszene verschaffen. „Dafür haben wir natürlich einen spannenden Ort gesucht,“ erinnert sich Kerstin Kramer, die von Anfang an dabei war. Der leerstehende Schlachthof neben dem Garten des Werkhauses Pancratz bot sich an und hat sich inzwischen als Zentrum einer lebendigen Kunstlandschaft in Friesoythe etabliert.

„Vollblutarbeiten“ betitelte das Organisationsteam im Mai 2012 die erste Ausstellung. Es folgten „Glutrot“ zum Eisenfest im September 2012, „Stadt-Land-Fluss“ (2013) und „Bildstörung“ (2014). Und nun eben „unterwegs“. „Der Titel bringt zum Ausdruck, das Künstler in ihrer Arbeit der Fantasie freien Lauf lassen, also gedanklich unterwegs sind“, erläutert Gerd Binder, der wie Anneken und Kramer zum Organisationsteam gehört. Der Titel lasse zudem viele Themen zu: schwierige wie die Flüchtlingsthematik oder eher leichte wie etwa Sport oder Reisen.

Guten Ruf erarbeitet

Was zu sehen sein wird, wissen die Organisatoren heute selbst noch nicht. 80 bis 90 Arbeiten werden es am Ende wieder sein, darunter Gemälde der unterschiedlichsten Art und Technik ebenso wie dreidimensionale Skulpturen, Kunstschneiderei sowie Keramik- und Filzarbeiten. „Wir wollen von jedem Künstler vier oder fünf Arbeiten zeigen“, sagt Kerstin Kramer, „und natürlich wird man alle ausgestellten Werke auch kaufen können“.

Wie in den vergangenen Jahren rechnet das Orgateam auch diesmal wieder mit rund 1000 Besuchern. „Unsere Ausstellung hat sich in der Region inzwischen einen guten Ruf erarbeitet. Viele Besucher aus dem Umland beneiden Frie-soythe um die lebendige und vielfältige Kunstszene“, so Anneken.







Werke stören Harmoniebedürfnis

NWZ, 15.09.2014, Foto/Text: F. Kreyenschmidt

Ausstellung unter dem Titel „Bildstörung“ im ehemaligen Schlachthof

20 Künstler zeigen bis einschließlich des Friesoyther Eisenfestes noch ihre Werke. Eine Einführung in die Ausstellung hielt Beate Lama aus Oldenburg.

Friesoythe „Bildstörung“ ist die vierte Ausstellung des „Kunstkreises des Kulturkreises“ im ehemaligen Schlachthof Vorwold überschrieben: Am Sonnabend wurde sie offiziell eröffnet. Bei der Begrüßung zur Vernissage lobte Alfred Bullermann vom Vorstand des Kulturkreises Bösel-Saterland-Friesoythe sowie des Kunstkreises die positive Entwicklung. Das Interesse des Publikums werde von Jahr zu Jahr größer. Sein Dank galt Gerhard Vorwold, der die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Dank zollte er den Mitgliedern des Kunstkreises, die durch Veränderungen in den Räume ein besonderes Flair für die Dokumentation der Kunstwerke geschaffen hätten. Er dankte auch den vielen Helfern für ihr Engagement.

Eine Einführung in die Ausstellung gab die Oldenburger Künstlerin vom Bund Bildender Künstler Oldenburg (BBK), Beate Lama. Ihre erste Assoziation zur Titelwahl der Ausstellung seien Erfahrungen mit dem neuen Medium der 50er Jahre, dem Fernsehen, gewesen. Bei Problemen mit der Übertragung von Bildern sei das Wort „Bildstörung“ eingeblendet worden. Die Künstler der Ausstellung hätten sich mit dem Titel auseinandergesetzt. Sie wollten vielleicht stören und eventuell verstören. Sie störten Bilder, stellten diese auf ihre ganz individuelle Art und Weise dar und möchten sie dem Publikum näher bringen, betonte Beate Lama und fragte: „Wie kann ein Künstler mit eigenen Mitteln eine Störung und damit einen vermeintlichen Fehler in der Bildgestaltung hervorrufen?“ Diese Irritationen durch das Bild ließen den Betrachter stutzen, der die Harmonie liebe.

Jeder der ausstellenden Künstler hätte seinen eigenen Weg gefunden, ein Bild oder anderes Kunstwerk zu stören. Sie stellte dabei die Arbeiten einiger Künstler vor. Ute Berger störe ihre Bilder durch ihre Strich- und Pinselführung, so dass ein Dialog zwischen Malgrund und ihren Eingriffen entstehe. Gerd Binder („Hahnenkampf“) verschließe sich einer harmonischen Bildkomposition. Für einen Moment erschreckten Farbexplosion und der gewalttätig anmutende Inhalt.

Wolfgang Heims Installation „Pacifica (fake version)“ verschwinde nach Ausstellungsende, ohne Spuren zu hinterlassen. Eine Installation zerstöre den Raum und verstelle Wege. Der Künstler bearbeite gesellschaftlich relevante Themen, die Zweckentfremdung ursprünglich religiöser oder kulturell bedeutsamer Symbole und Ritualobjekte wie die inflationäre Abbildung von Buddha in Dekorationsläden. Bei Kerstin Kramer dienten Bilder der Kindheit als Grundlage. Die ursprünglichen Bilder seien überzeichnet, übermalt, überklebt und zerrissen und ließen das Ursprüngliche kaum erahnen. Sie zerstöre Bilder aus der Vergangenheit und erschaffe auf alter Grundlage neue Werke.

Die Ausstellung ist bis einschließlich des Friesoyther Eisenfestes geöffnet. Insgesamt zeigen 20 Künstler 80 Werke.

 

NWZ, 23.08.2013, C. Bickschlag

Kunst aus der Region

Ausstellung „Stadt – Land – Fluss“ im alten Schlachthof

Friesoythe
Derzeit wird die Galerie „Alter Schlachthof“ in Friesoythe kräftig auf Vordermann gebracht. So erhält die ehemalige Schlachterei der Firma Vorwold unter anderem einen neuen Anstrich. Seit rund einem Jahr wird das Gebäude von drei Friesoyther Künstlern als Atelier genutzt (die NWZ berichtete). Zudem dient es als Ausstellungsraum.

So auch ab Freitag, 6. September. 18 Künstler aus der Region stellen dann für zehn Tage ausgewählte Werke aus. Gezeigt werden Bilder, Skulpturen, Plastiken, Installationen und kunsthandwerkliche Arbeiten. Titel der Ausstellung: „Stadt – Land – Fluss“.

Eröffnet wird die Veranstaltung am 6. September, 19 Uhr, im Rahmen einer Vernissage. Die Kunstwerke sind dann bis zum Eisenfest-Sonntag, 15. September, ausgestellt. Der „Alte Schlachthof“ (Zugang von der Kirchstraße, Werkhaus Pancratz)hat Dienstag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr und Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Montag findet keine Ausstellung statt.

Veranstalter von „Stadt – Land – Fluss“ ist der Kunstkreis Friesoythe, der Anfang 2012 gegründet und im „Kulturkreis Bösel Saterland Friesoythe“ integriert ist. 21 Künstler aus der Region gehören diesem Kreis an.

An der Gemeinschaftsausstellung vom 6. bis 15. September nehmen folgende Künstler teil: Christa Anneken, Ute Berger, Gerd Binder, Herbert Bley, Ingrid Bley, Alfred Bullermann, Stefanie de Buhr, Ulrich Gamers, Ursula Gerwing, Wolfgang Heim, Maria Hilling, Heike Horstkorte, Kerstin Kramer, Eckhard Lasai, Ingrid Liesert, Michaela Rumpke, Käthe Tiedeken und Jonathan Vollmer.

Mehr Infos unter   www.kunstkreis-friesoythe.de 

Kunstwerke ohne Verfallsdatum

 

Kulturkreis eröffnete am Sonnabend „Glutrot“-Ausstellung

20 Künstler präsentieren ihre Werke. Es ist die zweite Kunstschau im ehemaligen Schlachthaus Vorwold.

Fritz Kreyenschmidt

 

Ins Gespräch vertieft sind bei der Ausstellungseröffnung Volkmar Grigull (v.l.), Gerd Binder, Thomas Cloppenburg und Kerstin Kramer. Bild: Fritz Kreyenschmidt

Friesoythe
„Glutrot. Feuer, Eisen, Phantasie“ lautet der Titel der zweiten Ausstellung des „Kunstkreises des Kulturkreises“ im ehemaligen Schlachthof Vorwold.

Bei der Eröffnung am Sonnabend wünschte sich der Vorsitzende des Kulturkreises Bösel Saterland Friesoythe, Thomas Cloppenburg, für die 20 ausstellenden Künstler sowie für den Kulturkreis eine Wiederholung des ersten Erfolges. Die Ausstellung beeindrucke durch eine Vielfalt an unterschiedlichen künstlerischen Exponaten, sagte Cloppenburg. Neben Bildern – gemalt mit verschiedenen Techniken – sind Skulpturen aus Eisen und Kupfer sowie Keramik-, Textil- und Glasarbeiten zu sehen. Die Vorgabe „Glutrot“ zog sich dabei durch alle Arbeiten: mal dominierend und alles überstrahlend, dann wieder pointiert und eher klein.

Einen fachmännischen Einblick in die Ausstellung sowie zu den Arbeiten der Künstler gab Volkmar Grigull. Der Galerist aus Lindern betonte, dass es in Friesoythe nicht großer kulturvermittelnder Organisationen bedürfe, um Kunst zu schaffen. Hier entstünden kulturelle Güter durch gemeinsames Bemühen von entsprechend motivierten Menschen. Auch Gewinninteressen stünden nicht im Vordergrund, sondern das Engagement und die Begeisterung für Kunst und Kultur.

In seiner Rede sagte Grigull, dass zu allen Zeiten die Menschen ihre Gefühle, ihr Selbstverständnis sowie die verschiedenen Aspekte ihres Lebens mittels Kunst formuliert und ausgedrückt hätten: „Kunst bietet die Möglichkeit, sich mit Schönheit, Farbe, Stil, Proportionen und ausdrucksstarken Mitteln zu umgeben.“ All dies komme bei der Ausstellung im Schlachthof in überzeugender Weise zusammen. Allen Künstlern bescheinigte Grigull handwerkliches Geschick und künstlerische Fähigkeiten. Sie hätten die Begabung, „aus dem Nichts Formen zu schaffen, weil sie dort, wo nichts ist, etwas sehen, was sein könnte“.

Gemeinsam sei allen, dass sie Objekte, Bilder und Skulpturen herstellten, die nicht nur temporär, sondern dauerhaft wirken.

Im Schlachthaus dominiert
die Farbe Glutrot

 

Auf die „Vollblutarbeiten“ folgt am Sonnabend eine zweite Ausstellung

 

 
Alfred Bullermann (links) und Thomas Cloppenburg mit zwei Exponaten der Künstler Eckhart Lasai und Gerd Binder.

Text/Bild: Mirja Zipfel, NWZ, 6.09.2012
 
 

 

Friesoythe Auch dieser Name steht ganz in der Tradition seines ungewöhnlichen Ausstellungsortes: Auf die Vollblutarbeiten, die während der Friesoyther Maitage in der ehemaligen Schlachterei Vorwold präsentiert wurden, folgt jetzt Glutrot mit den Untertiteln Feuer, Eisen und Phantasie.

 

 
Glutrote Kunstwerke

 

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Am Sonnabend wird Glutrot um 17 Uhr eröffnet. Die künstlerische Einführungsrede hält Volkmar Grigull, Galerist aus Lindern.

Dass sie von den Besuchern ebenso gut angenommen wird wie im Mai – damals kamen rund 2000 Kunstinteressierte –, hoffen die Macher der Ausstellung: Thomas Cloppenburg, Erster Vorsitzender des Kulturkreis es Bösel Saterland Friesoythe, sein Geschäftsführer Alfred Bullermann sowie Kerstin Kramer vom Verein „Werkhaus Pancratz“.

Das Konzept ist ähnlich angelegt wie beim ersten Mal. Heißt: Was gut war, soll auch nicht verändert werden. Bis auf zwei neue Gesichter sind alle anderen Künstler aus der Vorgänger-Veranstaltung wieder mit bis zu drei Bildern, Skulpturen, Keramiken und Objekten vertreten.

 

Nachdem sich der „Kunstkreis des Kulturkreises“ auf den Ausstellungstitel einigte – laut Bullermann ebenfalls ein ziemlich kreativer Prozess– , durften die 20 Künstler ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Vielseitig sei das, was herausgekommen ist, sagt Bullermann. Er wolle sich nicht anmaßen zu beurteilen, welches Kunstobjekt wie einzuschätzen sei. Das sei nämlich auch nicht der Sinn dieser Ausstellung: „Jeder stellt hier seine Objekte eigenverantwortlich aus.“

 

Auf Grund des enormen Zuspruchs bei der ersten Ausstellung wurde „Glutrot“ auf eine Woche angelegt. Sie läuft vom 9. bis 16. September. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr, am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.